Über die Freimaurerei

Über die Freimaurerei (FM)

Urkundlich werden die ersten Logen in London im Jahr 1717 erwähnt, obwohl die Freimaurerei nachweislich älter ist. Die Freimaurer in aller Welt erlebten eine wechselvolle Geschichte. Das Ziel eines jeden Freimaurers ist es, zunächst an sich selbst zu arbeiten. Wir richten unsere Ansprüche zuerst an uns selbst. Wer sich selbst erkennt, an sich arbeitet und versucht, die Ideale der Freimaurerei zu leben, wirkt in der Reflexion seiner selbst auf sein Umfeld und vielleicht auf die Gesellschaft, in der er lebt.

Was ist Freimaurerei

Die Freimaurerei ist eine international verbreitete Vereinigung, die unter Achtung der Würde des Menschen für Toleranz, freie Entwicklung der Persönlichkeit, Brüderlichkeit und allgemeine Menschenliebe eintritt. Sie geht davon aus, dass menschliche Konflikte ohne zerstörerische Folgen ausgetragen werden können. Voraussetzung dafür ist die Herstellung eines Vertrauensverhältnisses zwischen den Menschen unterschiedlicher Überzeugungen. Die Freimaurerei richtet sich stark auf den einzelnen Menschen innerhalb seiner Familie oder Gruppe aus und bemüht sich dort, human und sittlich als Vorbild zu wirken und zu erweisen. So ist Daheim Güte, im Geschäft Ehrlichkeit, in Gesellschaft Höflichkeit, bei der Arbeit Anständigkeit verpflichtend! Vorbildlich für den Unglücklichen ist Mitleid, für den Schwachen die Hilfe, für den Starken das Vertrauen. Dem Gesetz gegenüber ist es die Treue, gegen das Unrecht ist es der Widerstand. Beim Reuigen ist sie Verzeihen, für den Glücklichen ist sie Mitfreude. Vor Gott ist sie Ehrfurcht und Liebe.
Lessing antwortet in „Ernst und Falk“ Freimaurerei ist nichts Willkürliches, nichts Entbehrliches, sondern etwas Notwendiges, das im Wesen der Menschen und in der bürgerlichen Gesellschaft gegründet ist. Die Schweizer Großloge „Alpina“ antwortet: Der Zweck des Freimaurerbundes ist die Erziehung seiner Mitglieder zum wahren Menschentum. Die Mittel hierzu sind die Übung der von den mittelalterlichen Bauhütten symbolisch übernommenen Gebräuche, die gegenseitige Belehrung über die wichtigen Angelegenheiten der Menschheit, die Pflege des Idealen und Anregung zu wahrer Freundschaft und Bruderliebe. Jeder soll diese Grundsätze außerhalb der Loge verbreiten, die Aufklärung nach Kräften fördern und der Intoleranz entgegentreten. In der Loge werden die Mitglieder durch gemeinsames Erleben von Symbol und Ritual zur Selbsterziehung angeregt.

Im Eintreten für die Würde des Menschen und Pflege der Brüderlichkeit, durch Übung der Wohltätigkeit versuchen die Freimaurer, die Ideale der Humanität zu verwirklichen. In der Erzählung „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint Exupéry versinnbildlichen sich eine ganze Reihe freimaurerischer Eigenschaften, beispielsweise: Nachdenklichkeit / Idealismus / Achtung vor der Natur in Form von Pflanzen (Rose) und Tieren (Fuchs) / Freundschaft / Nächstenliebe / Demut vor dem unendlichen Kosmos. In einem Satz kann man auf die Frage, was Freimaurerei ist, antworten:
Die Freimaurerei hilft mit, dass jeder Bruder ein ausgeglichener und ausgleichender Mensch und damit die Welt ein wenig menschlicher wird.

Wie ist Freimaurerei entstanden?

Die Bauhüttengemeinschaften der operativen Werkmaurer und Steinmetze in England (Dombauhütten) nahmen um 1650 vermehrt auch Geistliche, Adelige, Gelehrte, Handwerker und andere Bürger als Mitglieder auf. Nachdem in 4 Londoner Bauhütten (Lodges, Logen) ausschließlich symbolisch, geistig, philosophisch, spekulativ arbeitende Maurer waren, schlossen sie sich am 24. Juni 1717 (Johannistag) zur ersten Großloge von England zusammen. Dies war der Ausgangspunkt der modernen Freimaurerei. Die Ideen der Aufklärung unterstützten die rasche Verbreitung der Logen. Die Gebräuche der auch heute noch aktiven Wandergesellen finden sich teilweise in den Ritualen der Freimaurer wieder. 1723 wurden die „Alten Pflichten“ (Verfasser: Pfarrer James Anderson) veröffentlicht, die erste Satzung der Freimaurerei. Das freimaurerische Gedankengut verbreitete sich rasch in den von England abhängigen Ländern und in Europa. Ende der 1920er Jahre gab es in Deutschland rund 80.000 Freimaurer.